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Fairtown-Stadt Tuttlingen


Spendenbrief 2017

liebe Unterstützer und Unterstützerinnen des Pidecafé-Projekts !

Vielen Dank für Ihre Spende und Ihr Vertrauen in unsere Arbeit, die es uns ermöglichten, die im Spendenbrief 2016 genannten Vorhaben in Peru zu verwirklichen.

Anfang des Jahres 2017 stürzten - nicht unerwartet - tägliche Starkregen auf Nordperu herunter. Insbesondere waren auch die Andenprovinzen des Departments Piura betroffen. Das Wetterphänomen des El Niño hatte wieder zugeschlagen.Kleine Gebirgsbäche, aber auch der sonst gemächliche Rio Piura wurden zu reißenden Flüssen. Der Klimawandel forciert dieses Wetterphänomen, bei dem sich das Meerwasser des Pazifiks vor der Nordküste Perus um etwa 5 Grad erwärmt.
Auch die Kaffeeanbaugebiete in unserer derzeitigen Projektregion in Huarmaca waren betroffen. Das dort gelegene Dorf Hualapampa mit 50 Kleinbauernfamilien wurde komplett verwüstet. Die meisten Bewohner wurden obdachlos, da die nicht gebrannten Lehmziegel der Nässe nicht Stand hielten.
Auch im Distrikt Montero war die Lage prekär. Es fehlten Nahrungsmittel und Trinkwasser. In dieser Situation entschlossen wir uns, über die laufende Projektarbeit hinaus, ein Nothilfeprojekt für 70 Kleinbauernfamilien zu organisieren, 50 in Hualapampa und 20 in Montero. Unsere stabilen Finanzen ermöglichten uns, zusätzlich auf die Weltläden und Einzelspender zuzugehen, um die benötigen 10.000,- Euro zu bekommen. Die projektgebundenen Spendengelder wurden nicht angetastet.
Es konnten Trinkwasser, Speiseöl, Thunfisch, Nudeln und Reis sowie vor allem Baumaterial (Wellblechplatten) zum Wiederaufbau zeitnah beschafft und verteilt werden. Die Nothilfe ist bereits abgerechnet, unser Partner vor Ort Progreso-PIDECAFÉ übernahm das Projektmanagement.

Kinder

Bewährt hat sich die jahrelange agrarökologische Projektarbeit im PIDECAFÉ-Anbaugebiet. Durch die Aufforstungsprojekte, den Anbau-Mix in den Kaffeeparzellen und die Anbau-Diversifizierung war das Problem der Erosion der Humusauflagen trotz extremer Niederschläge deutlich minimiert. Aufgrund des Wasserangebots waren die Ernten in den Gemüsegärten teilweise sogar besser als in Trockenjahren und die drei Monate Regen reichten in manchen Gebieten sogar für eine kleine Ernte in Anbauzonen ohne Bewässerung. Nachteilig wirkte sich das monatelange nasse Klima auf die Entstehung von Pilzkrankheiten aus, wie Kaffeerost und Ojo de Gallo (Hahnenauge). Hier berät Progreso-PIDECAFÉ im biologischen Pflanzenschutz mit einem Sud aus aromatischen Pflanzenteilen und Kalk.

Projektregion PIDECAFÉ

Das Huarmacaprojekt, das wir seit Anfang 2010 durchführen, hat im zweiten Projektschritt nach der Existenzsicherung das Thema Einkommenssicherung durch die Herstellung von Qualitätsprodukten und Verbesserung der Ernährungs- und Lebensbedingungen.
Es wird weiterhin vom BMZ (Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit) unterstützt. In 2017 konnten dort 54.347,- Euro abgerufen werden. 13.249,27 Euro mussten die Weltläden und entwicklungspolitischen Gruppen aufbringen. Dies ist nur mit Ihren Spenden und Geldern von unterstützenden Weltläden in Baden-Württemberg möglich. Man entschloss sich, im Laufe des Projektjahres 2017, das eigentlich letzte Projektjahr, eine Verlängerung beim BMZ um ein Jahr zu beantragen. Zum einen konnte auf Grund der späten Bewilligung im Jahr 2015 das Projekt erst im Mai starten, zum anderen gab es durch die Folgen des El Ninos Verzögerungen. Das Projektgebiet war monatelang nicht erreichbar. In diesen Tagen wurde unser Aufstockungs- und Verlängerungsantrag vom BMZ bewilligt. Wir wollen jetzt das Jahr 2018 nutzen, um in den 10 Projektdörfern vor allem den Kaffee-Ökoanbau zur forcieren und die Rohkaffee-Qualität so zu verbessern, dass auch die Familieneinkommen der Kleinbauern bereits von den hohen Erzeugerpreisen für fair gehandelten und kontrolliert fermentierten Kaffee profitieren. Bei einem Preis von ca. 500 Soles für ein Quintal (46,5 kg) Rohkaffee kann eine Familie durch die Vermarktung von 20 Quintales Kaffee bereits auf ein Monatseinkommen von ca. 300 US-Dollar kommen. Dies ist unser Ziel für das Jahr 2018. Werden dann noch Erträge und Qualität in einem realistischen Rahmen gesteigert, können die angestrebten 500 US-Dollar Monatseinkommem erreicht werden. Dies bedeutet für ca. 600 Familien ein menschwürdiges Einkommen und vor allem eine gute Ausbildung für die Kinder bedeuten.

Zwei Jungs

Die Bewilligung einer Projekt-Ver-längerung setzt allerdings voraus, dass weitere Dörfer einbezogen werden. Dies wären 150 Familien der Weiler Agupite, Silahuin, Sumuche, Santa Rosa und Rumichaca. Diese Dörfer verfügen bislang nicht über Gemüsegärten und außer Santa Rosa auch nicht über verbesserte Küchen. Hierfür ist mit 10.165,- Euro die größte Investition fällig. Ebenso sollen die fünf Schulen der Dörfer Schulgärten erhalten. Die Aufforstung umfasst 60.000 Setzlinge auf 50 ha Flächen. Ebenso sollen in diesen fünf Dörfern Schulbibliotheken installiert werden. Für diese Investitionen wird insgesamt ein Betrag von 23.145 ? benötigt. Es werden wieder Promotoren und Promotorinnen ausgebildet, die als Vorbilder und Fortbildner wirken. Dieser Austausch - Campesino a Campesino oder Campensina a Campesina - ist sehr wirkungsvoll und bewahrt das erworbene Wissen nachhaltig.

In 2018 sind 80.195 Euro Projektkosten geplant, dafür müssen wir 20.049 Euro Eigenmittel aufbringen.
Erfreulich war auch, dass wir erstmals mit einer Spende von der Stadt Tuttlingen unterstützt wurden. Im Rahmen einer Projekt-partnerschaft mit dem Distrikt Montero im Kaffeeanbaugebiet wurde eine Agrarfachschule mit 5000 Euro unterstützt. Dort sollen Agrarprodukte aus Milch zu Käse und Joghurt verarbeitet werden. Ebenso soll eine weitere Wertschöpfung für andere landwirtschaftliche Erzeugnisse wie Kakao, Zucker und Kaffee erzielt werden, damit Arbeitsplätze und Einkommen in der Region bleiben.

Wie Sie sehen, sind die Aufgaben an unserem Projektstandort auch im Jahr 2018 sehr umfassend. Mit dem fachlichen Einsatz und dem integrierten Beratungsansatz unserer peruanischen Nichtregierungs-Organisationen Sobrevivir und PIDECAFÉ/ PROGRESO und der Vermarktungserfahrung von Norandino in Peru, unserem Engagement hier und Ihrer Spendenbereitschaft können wir auch weiterhin nachhaltige Projektarbeit im Sinne von "Hilfe zur Selbsthilfe" machen.


Bitte unterstützen Sie unsere Projekte auch in diesem Jahr!


Arbeitskreis 3. Welt

Wir wünschen Ihnen
eine schöne Weihnachtszeit
und ein gutes, friedliches
und glückliches Jahr 2o18.



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